Stuttgart. Fast jedes dritte Kind in Baden-Württemberg startet mit Sprachdefiziten in die Grundschule. Mit dem Sprachförderprogramm MITsprache wollen die Ferry-Porsche-Stiftung und die Stiftung Fairchance diesen Kindern den Rücken stärken. Ab sofort läuft die Fördermaßnahme an zunächst drei Stuttgarter Grundschulen. Inner-halb eines Jahres sollen 60 Schülerinnen und Schüler profitieren.

Mehr als 13.000 Kindern mit Migrationshintergrund konnte MITsprache bereits helfen. Bald sollen auch die Schülerinnen und Schüler der Elise von König Gemeinschafts-schule, der Lerchenrainschule und der GWRS Ostheim dazu gehören. Pro Schule sind seit Anfang November mindestens zwei Fördergruppen mit je sieben Kindern entstanden. Zuvor haben die Lehrkräfte den Sprachstand erfasst – also den konkre-ten Förderbedarf jedes einzelnen Kindes.

„Sprache ist der Schlüssel für eine gelingende Integration und ein selbstbestimmtes Leben“, sagt Sebastian Rudolph, Vorstandsvorsitzender der Ferry-Porsche-Stiftung. „Mit einer individuellen Sprachförderung geben wir benachteiligten Kinder Auftrieb und helfen ihnen, motiviert in ihre Schullaufbahn zu starten.“

Wichtigste Aufgabe des Kooperationsprojekts: Kindern die aktive Teilnahme am Un-terricht – und langfristig am gesellschaftlichen Leben – zu ermöglichen. Die Vorberei-tungen für die Fördermaßnahme laufen bereits seit Juli. Noch vor den Sommerferien haben 16 pädagogische Fachkräfte mit Fortbildungen begonnen, die sie auf die Arbeit mit den Sprachlern-Kindern vorbereiten. An allen drei Schulen sind bis zu vier För-dereinheiten für die Sprachförderung reserviert.

Dass der praxiserprobte und sprachwissenschaftlich erarbeitete Förderansatz wirkt, bestätigt die Evaluierung der LMU München. Forschenden haben das Projekt begleitet und festgestellt, dass MITsprache sich eindeutig positiv auf den Spracherwerb von Kindern auswirkt.

Kein Wunder also, dass die Nachfrage groß ist. Derzeit findet die Maßnahme bun-desweit in über 120 Kitas, Vorschulen und Grundschulen statt. Pro Jahr nehmen rund 3.300 Kinder an insgesamt 250.000 Sprachförderstunden teil. „Wie groß der Bedarf auf diesem Gebiet ist, zeigt die ständig wachsende Warteliste der Schulen. Allein im neuen Schuljahr 2024/25 werden wir über 35 neue Bildungseinrichtungen in die Förde-rung einbeziehen“, berichtet Alexander Wolf, Geschäftsführer der Stiftung Fairchance.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist neben der ständigen Weiterbildung der Förderkräfte auch der sozialpädagogische Kontakt zu Eltern und anderen Sorgeberechtigten. So findet das Programm auch im häuslichen Umfeld der Schülerinnen und Schüler Ak-zeptanz und Unterstützung. Wolf: „Wir freuen uns, dass wir mit der Ferry-Porsche-Stiftung einen Partner gefunden haben, mit dem wir jetzt erstmals auch in Stuttgart aktiv werden können.“

Über die Ferry-Porsche-Stiftung:
Die 2018 gegründete Ferry-Porsche-Stiftung fördert und initiiert gemeinnützige Projek-te in den Bereichen Soziales, Umwelt, Bildung und Wissenschaft, Kultur und Sport. Mit ihrem gesellschaftlichen Engagement will die Stiftung vor allem junge Menschen an den Unternehmensstandorten der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG unterstützen. Na-mensgeber ist Ferry Porsche, der 1948 die Sportwagenmarke Porsche gründete.
Mehr Informationen online unter www.ferry-porsche-stiftung.de.

Weitere News entdecken
11.09.2026
30 gemeinnützige Organisationen gestalten würdevolles Leben im Alter
Förderwettbewerb in Baden-Württemberg und Sachsen

Stuttgart. Begegnungsräume schaffen, digitale Hürden überwinden und ältere Men-schen wieder stärker in die Gemeinschaft einbinden: Die ausgezeichneten Projekte der Ferry Porsche Challenge 2026 unter dem Motto „Gemeinsam älter – Gemein-sam stärker“ zeigen, wie vielfältig den Herausforderungen des Älterwerdens begeg-net werden kann. Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Porsche Museum zeichnete die Ferry-Porsche-Stiftung am Nachmittag 30 gemeinnützige Organisatio-nen für ihre überzeugenden Konzepte aus. Besonders überzeugte die Jury, wie die Projekte Barrieren abbauen und Themen in den Vordergrund rücken, über die bis-lang zu wenig gesprochen wird. Anfang des Jahres rief die Stiftung Organisationen aus Baden-Württemberg und Sachsen dazu auf, sich mit ihren Projekten zu bewer-ben. 200 Konzepte konnten eingereicht werden.

„Mit der Ferry Porsche Challenge 2026 rücken wir gezielt Projekte in den Mittelpunkt, die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen stärken“, sagt Florian Lau-dan, Vorstandsvorsitzender der Ferry-Porsche-Stiftung. „Die prämierten Konzepte zeigen eindrucksvoll, wie wirkungsvoll Engagement für ein selbstbestimmtes Leben im Alter ist.“

Die gemeinnützige Hospizium Leipzig GmbH - Hospiz ADVENA erhält für ihr Projekt einen der drei mit jeweils 50.000 Euro dotierten ersten Preise. Auf ihrer barrierefrei-en Dachterrasse entsteht ein Nutz- und Sinnesgarten als gartentherapeutisches An-gebot für schwerkranke Menschen. Natur- und Sinneserfahrungen sollen dabei Wahrnehmung, Selbstwirksamkeit und Wohlbefinden in der letzten Lebensphase stärken.

Zu den weiteren ersten Preisträgern gehört das Projekt „TischGemeinschaft“ des Regionalverbandes Oberschwaben/Bodensee der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.. Etwa bei der Zubereitung gemeinsamer Mahlzeiten, beim Fahrdienst für mobilitätseinge-schränkte ältere Menschen oder bei der Vermittlung digitaler Fähigkeiten engagieren sich die Seniorinnen und Senioren aktiv. So entsteht in Leutkirch ein Ort der Begegnung, der Zugehörigkeit und sozialen Verbundenheit.

Ebenfalls ausgezeichnet wird der Werk 2 – Kulturfabrik Leipzig e.V. mit dem Projekt „Senior*innen Kreativ- & Digitalwerkstatt“. Ältere Menschen erhalten hier die Mög-lichkeit, moderne Technologien wie Lasercutting und 3D-Druck kennenzulernen und praktisch auszuprobieren. So verbindet der Verein Kreativität mit digitaler Bildung.

Sonderpreise für gesellschaftlich besonders relevante Impulse
Für besonderes Engagement zeichnet die Ferry-Porsche-Stiftung zwei weitere Pro-jekte mit Sonderpreisen in Höhe von jeweils 30.000 Euro aus. Einer der Sonderprei-se geht an den Verein SelbstBestimmt Leben e.V., der im Oktober 2023 den ersten Demenzchor Leipzigs gegründet hat. Das gemeinsame Singen mit den Angehörigen fördert nicht nur das Wohlbefinden und die gesellschaftliche Teilhabe, sondern un-terstützt auch die Motorik und kann biografische Erinnerungen wecken.

Der zweite Sonderpreis geht an die Robert Bosch Gesellschaft für Medizinische For-schung mbH (RBMF). Mit dem Projekt „Sturzklinik 2.0“ hat die RBMF ein Aufsteh-programm entwickelt, das älteren Menschen mit erhöhtem Sturzrisiko mehr Vertrau-en in die eigenen Kräfte gibt. So sollen Betroffene befähigt werden, nach einem Sturz eigenständig wieder aufzustehen.

Darüber hinaus vergab die Ferry-Porsche-Stiftung sechs zweite Plätze mit je 25.000 Euro und neun dritte Plätze mit je 10.000 Euro. Weitere zehn Finalisten er-halten Förderungen in Höhe von jeweils 5.000 Euro.

29.07.2026
Citizen Science
Jugendliche als Umweltforscher

Am Donauufer wird aus einem Schultag ein Forschungstag: Schülerinnen und Schüler aus Süddeutschland untersuchen als Citizen Scientists die Plastikverschmutzung entlang des Flusses. Ihre Funde liefern wertvolle Daten für die Umweltforschung und helfen zu verstehen, wie Plastik über Flüsse in die Ozeane gelangt.

Vom 1. Mai bis 31. Juli 2025 beteiligten sich 14 Schulen aus Süddeutschland am Citizen-Science-Projekt der Plastic Pirates und untersuchten die Plastikverschmutzung in und entlang der Donau. In der Rolle von Citizen Scientists sammelten Schülerinnen und Schüler Müllproben an Flussufern und Nebenflüssen und dokumentierten ihre Funde nach einer einheitlichen wissenschaftlichen Methodik. Dabei wurden mehrere tausend Müllteile erfasst, darunter ein hoher Anteil an Einwegplastik. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den untersuchten Standorten: Besonders an stark frequentierten Uferabschnitten wurde mehr Müll dokumentiert als an weniger besuchten Bereichen. Das Citizen-Science-Projekt der Plastic Pirates soll maßgeblich dazu beitragen, Forschungslücken zur Plastikverschmutzung zu schließen und Flüsse als wichtige Eintragspfade von Plastik in die Ozeane wissenschaftlich zu untersuchen. Die Initiative startete 2016 in Deutschland und wurde 2022 mit Unterstützung der EU-Kommission auf 13 europäische Länder ausgeweitet.

16.06.2026
Jahresbericht 2025
Das haben wir gemeinsam erreicht

119 geförderte Projekte im Jahr 2025

Hinter jedem Projekt, jeder Förderung und jedem erreichten Meilenstein stehen Menschen, die gemeinsam etwas bewegen möchten. Mit unserem Jahresbericht 2025 geben wir Einblicke in die Projekte des vergangenen Jahres. Wir blicken zurück auf wichtige Entwicklungen und besondere Momente, die durch Ihre Unterstützung möglich wurden.

18.05.2026
Ferry Porsche Challenge 2026: Die Entscheidung rückt näher
Teilnehmerlimit vor Bewerbungsschluss erreicht

Stuttgart. Für mehr Lebensqualität im Alter: 30 gemeinnützige Organisationen aus Baden-Württemberg und Sachsen ziehen in die nächste Runde der Ferry Porsche Challenge 2026 ein. Damit haben sie sich schon jetzt eine Fördersumme von mindestens 5.000 Euro gesichert. Unter dem Motto „Gemeinsam älter – gemeinsam stärker“ vergibt die Ferry-Porsche-Stiftung insgesamt eine halbe Million Euro für Projekte, die älteren Menschen ein aktives, selbstbestimmtes und würdevolles Leben ermöglichen. Erstmals begrenzte die Stiftung die Zahl der Bewerbungen auf 200. Diese Obergrenze war bereits vor dem offiziellen Bewerbungsschluss erreicht.

Eine Übersicht aller Nominierten ist unter www.ferry-porsche-challenge.de zu finden.

„Hinter den eingereichten Projekten steht das klare Ziel, älteren Menschen mehr Lebensqualität, Selbstbestimmung und Gemeinschaft zu ermöglichen. Dieses Engagement macht Mut und zeigt, wie stark unsere Gesellschaft im Miteinander sein kann“, sagt Yvonne A. Engel-Schwarz, Vorstandsmitglied der Ferry-Porsche-Stiftung. „Die 30 Finalisten stellen ihre Konzepte nun digital einem Expertenkreis vor, der im Anschluss die Bewertung vornimmt.“

Gemeinnützige Organisationen aus Baden-Württemberg und Sachsen waren aufgerufen, am Förderwettbewerb teilzunehmen. Ziel der Ferry Porsche Challenge 2026 ist es, die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern, Vereinsamung im Alter entgegenzuwirken und durch digitale Kompetenzen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Dabei stehen insbesondere der Übergang in den Ruhestand, altersgerechte Bildungs- und Aktivitätsangebote sowie der Dialog zwischen den Generationen im Fokus.

19.01.2026
Ferry Porsche Challenge 2026
Eine halbe Million Euro für würdevolles Leben und Schutz vor Einsamkeit im Alter

Stuttgart. Mit dem Motto „Gemeinsam älter – gemeinsam stärker“ fokussiert sich die Ferry Porsche Challenge 2026 erstmals auf Menschen in späteren Lebensphasen. Mit insgesamt einer halben Million Euro fördert die Ferry-Porsche-Stiftung im Rahmen des Spendenwettbewerbs 30 Projekte, die älteren Menschen ein aktives, selbstbestimmtes und würdevolles Leben ermöglichen. Teilnehmen können gemeinnützige Organisationen und Vereine aus Baden-Württemberg und Sachsen, die mit ihrer Arbeit Einsamkeit vorbeugen, Aktivität im Alter stärken oder altersgerecht digitale Kompetenzen für Menschen in späteren Lebensphasen vermitteln. Die Anzahl der Bewerbungen ist auf 200 begrenzt. Alle weiteren Informationen zum Wettbewerb sind ab sofort online unter www.ferry-porsche-challenge.de zu finden.

„Die ältere Generation verfügt über wertvolles Wissen, Erfahrung und Engagement“, sagt Yvonne A. Engel-Schwarz, Vorstandsmitglied der Ferry-Porsche-Stiftung. „Mit der Ferry Porsche Challenge 2026 möchten wir zum ersten Mal praxisorientierte Lösungen fördern, die Lebensqualität im Alter stärken und durch digitale Handlungskompetenzen Türen zu Austausch, Bildung und Selbstständigkeit öffnen.“

01.12.2025
socialbee
Integration als Schlüssel für eine starke und vielfältige Gesellschaft

Wir haben die Gründerin Zarah Bruhn von socialbee getroffen.

Wie kam Dir die Idee zu socialbee?
Während meines Studiums traf ich viele Gründer im Bereich nachhaltige Technologien und fragte mich, wie kann man mit unternehmerischen Mitteln etwas Gesellschaftliches beitragen?
Und dann war die Flüchtlingskrise. Ich hatte in der Uni eine Freundin kennengelernt, die aus Syrien geflohen ist und habe so ihre ganze Familiengeschichte mitbekommen. Das war sehr intensiv. Gemeinsam halfen wir am Wochenende ehrenamtlich, dabei fragte ich mich immer wieder, wie lange kann das Ehrenamt durchhalten?
Durch meine Vorerfahrungen überlegte ich, ein Unternehmen zu gründen und testete verschiedene Ideen, von Helferplattformen bis Freundschaftsnetzwerken. Dabei stellte ich fest, dass Arbeit immer der Schlüssel zur Integration ist. Die geringe Zahl an Geflüchteten in DAX-Unternehmen machte mir klar, dass diese Hilfe benötigen. Viele Unternehmen haben gute Intentionen, aber die Einstellung von Geflüchteten ist oft wahnsinnig komplex. Daher macht es
Sinn, als spezialisierter Dienstleister die Suche, Bürokratie, Betreuung und vieles mehr zu übernehmen. So können Unternehmen effektiver arbeiten und wir sammeln wertvolle Erfahrung und Expertise. Wir helfen Geflüchteten am meisten, indem wir Unternehmen befähigen, sie einzustellen. Gerade durch die Arbeit kommt der soziale Aufstieg. Dieser ermöglicht Integration, schafft Berührungspunkte in der Gesellschaft und den Aufbau eines selbstbestimmten Lebens.

Worauf bist Du bei socialbee besonders stolz?
Wir haben ein wahnsinnig tolles Team, was mit viel Leidenschaft bei der Sache ist. Wir sind ein Impact Unicorn, das heißt, wir können mit unserem Vorhaben der Gesellschaft enorm viel Geld sparen. Das motiviert uns und zeigt, wie mit unternehmerischen Mitteln gesellschaftliche Probleme gelöst werden können. Es ist toll, als First Mover und Pionier in Deutschland ein Teil davon zu sein. Und wir sind neugierig, wie weit wir noch kommen. Und natürlich auch stolz darauf, wie viel wir schon erreicht haben. Stolz ist für mich jedoch immer so ein Begriff, wo man denkt, da kann man sich ausruhen. Von daher bin ich eher immer kritisch, dass wir noch nicht genug geschafft haben.

Alle News